Sanierung

Sanierungsrichtlinien Donautal und Zollernalb.
Neutouren- und Sanierungsappell für das Obere Donautal und die Zollernalb

Ihr direkter Draht zur Sanierungskommission:
sansi@ig-klettern-donautal.de
 

Tradition

Die gewachsene klettersportliche Tradition im Oberen Donautal soll erhalten bleiben. In erster Linie bedeutet dies, dass der Charakter bestehender Routen grundsätzlich nicht verändert werden soll. Insbesondere gilt diese für die Platzierung neuer, respektive zusätzlicher Haken sowie für Nacherschließungen. Nach wie vor muss jeder Kletterer eigenverantwortlich für sich entscheiden, ob er den Gesamtanforderungen einer Route gewachsen ist und diese sicher begehen kann oder nicht.

Sanierung von bestehenden Kletterrouten

Weder der Charakter noch die Schwierigkeit einer Kletterroute sollen durch die Sanierung oder die Einrichtung von Neutouren beeinträchtigt oder gar verändert werden. Allerdings sollen fragwürdige Bohrhaken/Schlaghaken/Sanduhrschlingen ersetzt werden. Bei fixen Sanduhrschlingen sollten nur die Schlingen getauscht werden, aber hierbei sollte wie bei Normalhaken von Fall zu Fall entschieden werden in welcher Art saniert wird. Grundsätzlich sollte das Einverständnis der Erstbegeher eingeholt werden, sofern diese bekannt, oder ermittelt werden können. Falls die Erstbegeher unbekannt, oder nicht mehr ermittelt/gefragt werden können, entscheidet die Sanierungsgruppe über das weitere Vorgehen. Entscheidungen über das Umsetzen evtl. verbohrter Haken, das Entfernen vorhandener Haken sowie das Anbringen zusätzlicher Haken, sollte durch die Sanierungsgruppe einvernehmlich erfolgen. Vom Erstbegeher/in selbst nachträglich und in zeitlicher Nähe zum Erstbegehungszeitpunkt bzw. zur Freigabe ergänzte fixe Sicherungspunkte sind weiterhin ohne San-Si-Absprache möglich. Abstimmung innerhalb der Sanierungsgruppe erfolgt in einfacher Mehrheit.

Erstbegehungen/Neutouren/Varianten/Nach-/Resterschließungen

Vor der Erschließung einer Neutour soll der Erstbegeher/in sich über die für den jeweiligen Felsen eventuell bestehenden Kletterregelungen informieren und somit vermeiden, dass er seine Neutour in einem naturschutzkritischen oder –sensiblen Felsbereich anlegt. Hierfür stehen ihm insbesondere Vertreter der Kletterverbände (IG-Klettern und des AKN) zur Verfügung, welche gegebenenfalls auch den Kontakt zu den zuständigen Behörden vermitteln können. Angesichts der zunehmenden Routendichte ist jede/r Erstbegeher/in vor der Einrichtung einer Neutour angehalten, sein/ihr Projekt einer kritischen Überprüfung zu unterziehen, ob seine Neutour bzw. die darin zu setzenden Haken geeignet sind, benachbarte Routen zu beeinträchtigen. Eine zunehmende Routendichte darf nicht dazu führen, dass fixe Sicherungspunkte der neuen Route von einer bestehenden Route aus ohne Weiteres mitbenutzt werden können. Eine existierende Route, sei es 'trad' oder 'sport' (egal aus welcher Epoche) ist daher hochrangig schützenswert, egal wie häufig sie begangen wird. Eine "Rasterung" eines Wandbereiches wird abgelehnt . Wenn dies der Fall sein sollte, so muß der Erstbegeher/in das Projekt, vor der Realisierung, der Sanierungsgruppe der IG Klettern Donautal mitteilen, die dann darüber entscheidet und gegebenenfalls von einem Erstbegehungsprojekt absieht. Jeder Erschließer/in ist gehalten Umlenkhaken anzubringen, insbesondere dann, wenn damit ein Aussteigen in Bereiche mit sensibler Vegetation vermieden wird. Hierbei wird die Einrichtung des Umlenkers mittels zweier Haken gefordert. Das Ausputzen zusammenhängender Vegetationszonen zur Einrichtung von Neutouren soll grundsätzlich unterbleiben und in einem solchen Fall soll von der Erstbegehung abgesehen werden.

Künstliche Griffe/Tritte

Die künstliche Schaffung und Erhaltung von Griffen/Tritten wird grundsätzlich abgelehnt, da die Natursportart Klettern ausschließlich von natürlich vorgegebenen Felsstrukturen lebt. Dies gilt auch für das übermäßige „Abräumen“ von brüchigem Gestein sowie das Verändern.

Regelung zum Umgang mit fest installierten Expressen bzw. dauerhaft eingehängten Routen

Grundsätzlich wurde in einer Abstimmung zu obigem Thema in der Jahresversammlung der IG Klettern 2015 ein eindeutiges Votum gegen das dauerhafte Einrichten von Routen mit sogenannten Permadraws/Fixexen abgegeben. Grundsätzlich gilt dies auch für das Einhängen von Routen mit Expressen jeglicher Art über einen längeren Zeitraum (zumal hier in der Regel eher das bereits ausgediente Material zum Einsatz kommt).

Hauptgründe hierfür sind:

  • Einschleifen der seilseitigen Karabiner durch Seilreibung und dadurch entstehende Grate/scharfe Kanten, welche in einigen Fällen bereits zu Seilrissen mit tödlicher Folge geführt haben.
  • Schädigung der hakenseitigen Karabiner über die Zeit mit Reduktion der Festigkeit. Insbesondere wenn hier Alu-Karabiner auf Metalllaschen arbeiten.
  • Langzeitexposition des verwendeten Schlingenmaterials gegenüber Witterungseinflüssen (UV-Strahlung, Schmutz, Kälte, Hitze) was zu einer deutlichen Reduktion

    der Bruchlast führt.

  • In der Summe führen oben genannte Gründe bei kritischer Betrachtung vor allem zu einer Einschränkung eines sicheren On-Sight-Kletterns, da gerade hier die Möglichkeiten

    einer Überprüfung der genannten Bauteile nicht vorhanden oder zumindest stark eingeschränkt sind.

  • Aber auch bei jeglicher anderer Spielart des Kletterns kann es hier zu potenziell tödlichen Situationen kommen, da der Kletterer das vorhandene Material, auch bei äußerlicher Unversehrtheit nicht kennt/kennen kann.
Sanierungskommission im April 2017


Thema Fixexen

Bild 1: Expresse ausgeblichen ansonsten nicht weiter auffällig. (Mammut Schlinge ist für diejenigen die schon länger dabei sind als älteres Modell zu erkennen)

Bild 2 und 3: Rückseite, dem Fels aufliegend. Hier stand eine Felsnase raus und hat die Schlinge entsprechend bearbeitet. Gesehen wurde der Schaden erst als die Expresse wegen des eingeschliffenen Karabiners ausgetauscht und am Boden war.  Abstand zum letzten haken ca 5m. Weiterhin wurde genau an dieser Expresse regelmäßig abgelassen.

Ein Bodensturzpotenzial  war hier regelmäßig gegeben.

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